Die Veranstaltung wurde musikalisch von Marko Mayer umrahmt. Pfarrmoderator Pater Guido Kobiec begrüßte die zahlreichen Besucherinnen und Besucher. Die Moderation des Abends übernahm Brigitte Moosbrugger vom Team Entwicklung der Diözese Feldkirch.
In mehreren Wortmeldungen aus unterschiedlichen Perspektiven wurde die Situation der St. Laurentiuskirche beleuchtet.
Für die Pfarrgemeinde Heilig Kreuz sprach Gemeindeleiter Thomas Folie, MA. „Eine Pfarrgemeinde lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen und sich konkret einbringen“, betonte Folie. Hauptamtliche Strukturen könnten das Engagement einer Pfarrgemeinde bzw. von konkreten Personen nicht ersetzen. Ohne freiwillige Mitarbeit und ohne tragfähige Interessensgruppen sei es langfristig nicht möglich, mehrere Kirchen und Liegenschaften sinnvoll zu betreiben und zu erhalten. Deshalb war eine wichtige Botschaft an diesem Abend: „Wir tragen gemeinsam die Verantwortung für offene Kirchen.“
Die finanzielle Lage schilderte Dr. Othmar Kraft. Für die Laurentiuskirche stehen aktuell lediglich rund 5.000 Euro pro Jahr zur Verfügung – ein Betrag, der lediglich das absolut Notwendige abdeckt. Der Kirchenbeitragsanteil für die gesamte Pfarre Heilig Kreuz belaufen sich derzeit auf etwa 73.000 Euro jährlich, sind jedoch rückläufig, während die Kosten für Energie, Erhaltung und Facharbeiten kontinuierlich steigen. Der jährliche Betriebsaufwand für die Laurentiuskirche liegt bei rund 22.000 Euro. Zusatzeinnahmen, etwa durch eine Mobilfunkanlage (6.000 Euro jährlich) oder Beiträge der Alpenregion (von 300 Euro für Reinigungsleistungen im Rahmen kostenloser Turmführungen), können diese Lücke nur teilweise schließen.
Weitere Wortmeldungen kamen von Mag. Christof Thöny (Geschichtsverein Bludenz), Alfons Feuerstein (Tourismusverein Bludenz), Dr. Michael Konzett (Bereich Kultur) sowie DI Markus Fulterer vom Diözesanbauamt. Sie zeigten historische, touristische, kulturelle und bauliche Perspektiven auf und machten deutlich, dass die Laurentiuskirche weit über ihre kirchliche Funktion hinaus Bedeutung für die Stadt Bludenz hat.
Ein zentrales Element des Abends waren die Themenecken im Kirchenraum. Dort konnten sich die Teilnehmenden informieren, diskutieren und eigene Ideen einbringen. Dieses Beteiligungsformat wurde intensiv genutzt. Konkret meldeten sich im Laufe des Abends zehn ehrenamtliche Personen, die bereit sind, künftig in Bereichen wie Reinigung, Technik, Hausmeistertätigkeiten und Pflege mitzuarbeiten. Zudem signalisierten mindestens vier Institutionen Interesse an möglichen Kooperationen. Auch alternative Finanzierungsideen wurden eingebracht, wenngleich noch ohne konkrete Zusagen.
Zum Abschluss wurde der weitere Prozess vorgestellt. In den kommenden Wochen erfolgt eine pfarrliche und diözesane Auswertung der Ergebnisse. Interessierte Personen, Vereine und Institutionen werden kontaktiert, zudem ist die Gründung einer Steuerungsgruppe „Zukunft St. Laurentiuskirche Bludenz“ geplant. Über den weiteren Verlauf wird laufend informiert.
Weitere Informationen sind auf www.pfarre-heilig-kreuz.at sowie telefonisch oder persönlich im Pfarrbüro Heilig Kreuz erhältlich.
Fotos: Diözese Feldkirch